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Die Thesen zur Rede auf dem deutsch-tschechischen Wirtschaftsforum in Hamburg

Deutsche Seiten, 7. 6. 2011

Sehr geehrter Herr Melsheimer, sehr geehrter Herr Raabe,

Meine Damen und Herren,

es freut mich, dass ich heute die angenehme Gelegenheit habe, dieses deutsch-tschechische Wirtschaftsforum zu eröffnen. Vielen Dank für die Einladung. Ich habe noch eine andere Freude – nach mehr als sechzehn Jahren wieder einmal in ihrer schönen Stadt zu sein.

Hamburg ist – dank der Elbe, die uns verbindet – traditionell ein Ort der Begegnungen zwischen Tschechen und Deutschen. Lange Zeit wurden tschechische Güter über den Hamburger Hafen in die ganze Welt transportiert und es zeigt sich, dass der zunehmende Flug- und Autoverkehr diese historische Route nicht gebremst hat. Von dieser Zeit stammt wahrscheinlich der meist verbreitete Gruß in Tschechien – „Ahoj“ – den tschechische Seeleute offensichtlich aus dem Hamburger Hafen mitgebracht haben. Nicht jeder weiß, dass ein Teil des Hamburger Hafens noch heute uns gehört – ein 30.000 Quadratmeter großes Gebiet, das aufgrund des Versailler Vertrags von 1919 für 99 Jahre an unsere Republik verpachtet wurde.

Kurz nach dem Fall des Kommunismus wurde im April 1990 eine Partnerschaft zwischen Hamburg und Prag geschlossen und seitdem reisen regelmäßig viele Leute zwischen den beiden Städten. Die Direktflüge der ČSA, die zweimal täglich in beiden Richtungen operieren, sind eine große Hilfe. Die Fahrt mit dem Schiff würde viel länger dauern.

Auf meinem heutigen Flug aus Prag sah ich viele Geschäftsleute – manche sitzen jetzt unter Ihnen – was für mich ein Signal ist, dass auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen uns eine positive Entwicklung erleben. Viele Hamburger Unternehmen haben ihre Tochtergesellschaften oder Filialen bei uns und der Anteil Hamburgs an unserem gemeinsamen Außenhandel mit Deutschland – ungefähr 2,5 % –  ist fast dreimal höher als der von Berlin. Man kann vielleicht sagen, dass es keine große Errungenschaft ist, denn Berlin ist in dieser Hinsicht kein wirklicher Gegner.

Wie sie bestimmt wissen, ist die Tschechische Republik eine wirklich offene Wirtschaft, was für die Außenwirtschaftsbeziehungen sehr wichtig ist. Die Öffnung und Liberalisierung der Wirtschaft und der ganzen Gesellschaft bald nach dem Fall des Kommunismus war für mich eine der wichtigsten Prioritäten.

In den letzten Jahren haben die deutsch-tschechische Beziehungen weitere Intensität bekommen. Dies gilt für die Zusammenarbeit sowohl im politischen als auch im wirtschaftlichen Bereich. Deutschland ist für uns seit Jahren der Wirtschaftspartner Nummer 1, und zwar mit ganz großem Abstand, und zusammen mit den Niederlanden ist Deutschland auch der größte Investor in unserem Land. Der Anteil Deutschlands an unserem Außenhandel macht derzeit etwa 30 %, wobei bei unserem Handelspartner Nummer 2, der Slowakei, handelt es sich um 7 %. Nur unser Warenaustausch mit Bayern – um einen Beispiel zu geben – ist 4-mal so groß wie mit den gesamten Vereinigten Staaten.

Genauso wie in Deutschland war auch für die Tschechische Republik das Jahr 2009 ein schwieriges Jahr und demzufolge ist der deutsch-tschechische Handelsumsatz zum ersten Mal seit der Wende gesunken, und zwar um 18 % (Import aus Deutschland nach Tschechien um 22 %, Export aus Tschechien nach Deutschland um 14 %). Im vorigen Jahr haben sich die deutsche, sowie auch die tschechische Wirtschaft wieder erholt und in unserem gemeinsamen Handel sehen wir wieder positivere Zahlen. Der Unterschied zwischen uns war darin, dass wir zum Glück keine Finanzkrise hatten. Die tschechische Regierung musste nicht einmal eine Krone in unsere Finanz- und Bankeninstitutionen einbringen.

Ich bin kein Merkantilist, aber es freut mich, dass unsere gemeinsame Handelbilanz zu unseren Gunsten positiv ist. Im Jahr 2010 wurden aus Tschechien nach Deutschland Waren im Wert von 32 Mrd. Euro ausgeführt und aus Deutschland nach Tschechien im Wert von 24 Mrd. Euro. Insgesamt ist unser Handelsumsatz im Vergleich zu dem Jahr 2009 um 21 % gestiegen und Anfang des Jahres 2011 zeigt uns, dass diese positive Entwicklung fortsetzen wird.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich könnte viele andere statistische Daten anführen, aber das ist jetzt nicht meine Absicht. Ich wünsche dem heutigen Wirtschaftsforum Erfolg,  gute Gespräche und viele fruchtbare Ergebnisse.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Václav Klaus, Grußwort, Deutsch-Tschechisches Wirtschaftsforum „Tschechiens Wirtschaft auf Kurs“, Plenarsaal der Handelskammer Hamburg, 7. Juni 2011

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